“Message in a bottle” Do.16.08.2012 . Die Premiere war für Gäste und Akteure ein Fest!

Sauvignon Blanc from New Zealand meets Sauvignon Blanc from the Loire

Die beiden Referenz Anbaugebiete der Welt für Sauvignon Blanc!

Sauvignon Blanc kommt nicht, wie man vermutet aus dem Loire Tal sondern aus Bordeaux, wo sie neben Cabernet Franc eine der beiden Eltern des Cabernet Sauvignon ist.

Immer leicht zu erkennen am Duft von grünen Stachelbeeren, intensiv vegetale Aromen, leicht grünliche Farbe und einer knackigen Säure.

Marlborough, die Region, die sich an der Ostküste der Südinsel befindet ist durch sehr feinfruchtige und oft expressive SB bekannt geworden. In dieser Region werden oft verschiedene Reifegrade ( Aromen von grünem Paprika und Brennnessel über Stachelbeere, Passionsfrucht bis hin zum Melonenaroma) von sehr vielen Grundweinen kombiniert. Hier ist der Einfluß der Hefen sehr wichtig, was das Aromaspektrum angeht. Aromaspektrum entsteht durch sogenannte Thiole, die auf Schwefelverbindungen basieren und sich bei Sauerstoffkontakt verflüchtigen. Bei dem Wunsch möglichst viele Thiolen im Wein zu erhalten, muss also jeglicher Sauerstoffkontakt vermieden werden- es wird oft konsequent im Stahltank ausgebaut- reduktiver Ausbau.
So entstehen hier immer sehr komplexe Cuvee´s und fruchtbetonte Weine, deren Eigenschaften ausschließlich von der Rebsorte geprägt werden.

An der Loire hingegen ist das Terroir, also der Einfluss der Lage, des Bodens, der Rebsorte, des  Sonneneinflußes und natürlich die Philosophie des Winzers mit entscheidend. Hier werden die Trauben reif geerntet und werden in gebrauchten Holzfässern ausgebaut. Es sind oft zurückhaltende Weine mit mineralischem Eindruck ( dieser entsteht durch die Kalksteinhänge, an denen die Trauben wachsen) am Gaumen. – Oxidativer Ausbau

 

Vorhang auf:

 

 

 

 

 

 

 

 

Folgende Weine genossen sichtlich die Premiere:

2011 Sauvignon Blanc “Arbustum S” Weingut Peter Lauer, Saar

Nach einer alten römischen Art der Rebpflanzung nachempfunden, bei der die Reben symbiotisch an und mit Pappeln emporranken und dadurch mit der Sonne und der Bodennahrung konkurrieren.
Der weit gereiste römische Literat Plimius kamm zu dem Urteil, das nur edle Weine in Waldgärten wachsen und die am höchsten in den Baumwipfeln reifenden Trauben den besten Wein liefern.
“Grünlich gelb, silbrige Farbtöne, ein beschwingter Tanz saftiger Stachelbeeren, erfrischender wie ein klarer Gebirgsbach- animierende Säure! sehr ungewöhnlicher Wein

 

 

2010 Sauvignon Blanc, TerraVin, TerraVinwines New Zealand.

Der Name ist Programm! schöne Kiwi Töne, sehr balanciert und ausdrucksstark – keine überladene Passionsfrucht – toll eingebundene Säure- sehr präzises Handwerk !

 

 

 

2011 Sauvignon Blanc Greywacke, Greywacke Wines, New Zealand

Dieser Wein wächst auf Grauwackefelsigem Sandboden (Namensgebung) – betörende Kombination aus Honigmelone,reifer Pfirsich, Holunderblätter, am Gaumen etwas Feuerstein, Parika
Winemaker ist Kervin Judd- der Mann, der 25 Jahre für das Kultweingut Cloudy Bay die Weine gemacht hat.
Seit einigen Jahren ist er  nun mit seinem eigenen Weingut am Start und vinifiziert ganz große Weine, die er bei seinem Kumpel James Healy, Dog Point, ausbaut!

 

 

 

2011 Sauvigon Blanc Dog Point Wines, New Zealand

exotischer Fruchtcocktail, feine Birne, Kiwi, Passionsfrucht, sehr fein und crisby, seidiges Finish , ein herrlicher
Durstlöscher.
Die Weine werden von James Healy ( auch vormals Cloudy Bay) seit 2002 hergestellt.

 

 

 

 

 

2009 Sauvignon Blanc Quarterons, Domaine Riffault, Loire

Der Einstiegswein von Sebastian Riffault- ein mustergültiger, charakterstarker  Sauvignon Blanc , mineralisch, leicht rauchige Holznote. – er deutet schon die Tugenden an, die bei seinem großen Bruder zu erwarten sind.

 

 

 

 

 

 

2010 Sauvigon Blanc “Selection  94″ Dog Point Wines, New Zealand

Diesen Wein würde ich gerne in eine Probe mit französischen “Weissen Burgunder” als Pirat schmuggeln. Sehr spannend! Druckvoll, Anklänge von Weißen Blüten! Top!

 

 

 

 

 

 

2010 Sauvignon Blanc “Wild Sauvignon ” Greywacke Wines, New Zealand

Wow! Schmeckt wie ein großer Silex vom unvergessenen Didier Daguenau oder ein grosser weißer Château Smith-Haut Lafitte! Weltklasse!!

 

 

 

 

 

2010 Sancerre Blanc “Les Vallons”, Domaine Fouassier, Loire

cremig, mundfüllend, saftig, erfrischend – ein wunderbarer Sancerre

 

2010 Poilly-Fumé Villa Paulus, Domaine Masson-Blondelet, Loire

klassisch, rund und ein wenig barock

 

 

Als besonderen Wein wurde der Sancerre “Akménine” von der Domaine Sancerre serviert, ein 1,3ha großer Weinberg – der Name “Akménine” heißt übersetzt “die aus dem Stein” und entspringt der litauischen Sprache. Eine Homage an die litauische Frau von Sebastian Riffault

Er gehört zu einer Generation von Naturweinen, die ungewöhnlich funky sind. Goldgelb in der Farbe, Quittenduft, Litschie, Sherrytöne, leiche Kamille – keine Schönung- keine Reinzuchthefen, natürlicher Schwefel aus dem Weinberg-

Tannin gilt als Konservierungsmittel für den Schwefel dadurch hat der Wein durchaus eine Rotweinhabtik.

Die Maischestandzeit beträgt bis zu 3 Wochen.
Hat die malolaktische Gärung durchlaufen wo Apfelsäure in die milde Michsäure umgewandelt wird. Die Apfelsäure bietet dem im Wein vorhandenen Bakterien Nahrung, da die Mikroorganismen bei den Naturweinen nicht, wie sonst üblich durch Schwefel abgetötet werden, müssen alle Angriffspunkte beseitigt werden. Dadurch kriegt der Wein seine Stabilität. Hier ist auch die Begründung zu finden, warum Naturweine kaum oder wenig Restzucker haben- die hefen würden sich darüber hermachen und es entsteht unerwünschte Kohlensäure. Hier fehlt den Wein natürlich die glockenklare Fruchtigkeit. Dafür überrascht er mit jeder Menge hintergründiger Aromen

 

 

Ein bunter Abend wartet auf uns:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Folgende Käseakteure haben diesen  Abend ungemein  bereichert!

Saint-Maure: Touraine
Frischer Ziegenkäse mit geaschter Rinde. Die Reifezeit beträgt mindestens 2 Wochen

Der Strohhalm in der Mitte dient der Stabilisierung des Bruchs beim Ausformen. Geschmack etwas säuerlich, erdig, nach Haselnüssen.

Morbier: Jura
Dieser Käse wurde aus Mangel an Milch erfunden. Im Winter reichte die Milchmenge nicht aus um Comtè herzustellen. Die Milch wurde so zu anderen Käsen verarbeitet, unter anderem zu Morbier. Zwei Arbeitsschritte, erste Schicht am Abend, Pottasche rüber zum Schutz von Fliegen, am nächsten Morgen die zweite Schicht rübergekäst. Geschmack: geschmeidiger Teig, fruchtiger satter Geschmack.

Roves Des Garrigues                                                                                          
Ein ungewöhnlicher Ziegenkäse.
Drei Schäfer wandern mit einer Herde(400 Ziegen) im Languedoc zwischen den Wäldern und halten das meridionale Gestrüpp kurz um Waldbrände zu verhindern. Die Roves Ziege ist eine Fleischziege, die lediglich einen halben Liter Milch am Tag gibt, dementsprechend hoch der Milchpreis. Die ständig wandernde Herde bekommt kein Heu noch Getreide, nur was die Natur hergibt. Meridionales Gestrüpp aus Rosmarin, stachelige Pflanzen usw. , daher der kräftige Geschmack nach Kräutern ohne jeglichen Aromastoffzusatz.

Clacbitou: Burgund
Ehemals ein Mischkäse (Milchmenge aus 1 Kuh + 2 Ziegen). Heute ein reiner Ziegenkäse. Reifung mind. 2 Wochen in gut gelüfteten Kellern. Geschmack nach Haselnuss bis kernig.
Reblochon: Savoien
Weichkäse mit Milch oder Molke gewaschen. Reifung ca. 2 bis 5 Wochen, die Käse werden alle 2 Tage gedreht: Dadurch bekommt die Rinde eine rosa bis Safrangelbe Farbe, die von einem weißen Pflaum überdeckt wird. Cremiger Teig mit kleinen Löchern, vollmundiger, angenehmer Milchgeschmack.

Ziegenkäse mit Muscadet
Ein Traditioneller Ziegenkäse. Halbfester Schnittkäse mit einem Cremigen Teig. Der Käse wird von außen etwa drei Monate mit Muscadet eingerieben. Im Geschmack ausgeprägt aber nicht zu intensiv.

 

“Gute Nacht Freunde! Es wird Zeit für mich zu geh´n !  Was ich noch zu sagen hätte dauert keine Zigarette, aber ein letztes Glas im Stehen . Habt Dank für die Zeit, die ich mit Euch verplaudert hab.”  frei nach Reinhard May

Ein wirklich toller Abend – vielen Dank an alle Gäste und Akteure,  die dazu beigetragen haben.

 

Carsten Laade, Intendant der Weinbühne

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